29.04.2016 – Heiligenhaus Wassermangel – Großbrand: Lagerhalle im Vollbrand – Rauchwolke weithin sichtbar

Heiligenhaus (ots) – Eine große Rauchsäule und Flammenschein markierten die Stelle, an der viel Feuerwehr versammelt war: An der Talburgstraße brannte am Freitagabend ein kunststoffverarbeitender Betrieb nieder. Bei diesem Großbrand waren zu Spitzenzeiten rund 150 Feuerwehrkräfte und 4 Drehleitern im Einsatz.

Jede zwei Wochen ist Übungsdienst bei der Freiwilligen Feuerwehr Heiligenhaus. So auch am Freitag, den 29. April um 19:00 Uhr. Bevor dieser starten konnte, meldete die Leitstelle um 18:57 Uhr ein Feuer in einem Betrieb an der Talburgstraße. Viele Kräfte dachten an eine unangekündigte Übung. Als die Kräfte von der Friedhofsallee ausrückten, war schnell klar, dass es sich in keinem Fall um eine Übung handelte – eine hohe Rauchsäule stand über dem Ortsteil Wassermangel.

Im ersten Abmarsch waren rund 45 Kräfte der Heiligenhauser Wehr am Ort und leiteten die ersten Maßnahmen ein. Als die Feuerwehr eintraf, schlugen bereits Flammen aus dem Dach, kleine Explosionen ereigneten sich im Gebäude. Das direkt nebenan gelegene Wohnhaus am Schopshofer Weg wurde aus Sicherheitsgründen evakuiert, von mehreren Seiten wurde das Feuer bekämpft. „Direkt nach der ersten Erkundung war klar, dass unsere Kräfte hier nicht ausreichen“, schildert Einsatzleiter Ulrich Heis. Aus den Nachbarstädten wurde Hilfe angefordert. „Wichtig war für uns die Information zu Beginn, dass sich keine Menschen mehr im Gebäude befinden.“ Zu Beginn des Einsatzes konnten die Frauen und Männer der Feuerwehr mehrere Gasflaschen aus einem gefährlichen Bereich bringen. „Es hätte mehrere heftige Explosionen geben können, wenn uns das nicht gelungen wäre“, schildert Pressesprecher Nils Vollmar.

Hilfe aus dem gesamten Kreis

Durch das Feuer waren Teile der Wand- und Deckenkonstruktion stark verformt. Zu gefährlich wäre ein Eindringen in das Gebäude gewesen, so startete die Feuerwehr den Löschangriff von außen. Hierbei wurden zusätzlich vier Drehleitern aus den Städten Heiligenhaus, Mettmann, Ratingen und Velbert eingesetzt. Durch die starke Geruchsbelästigung wurde der Gefahrstoff-Messzug des Kreises Mettmann eingesetzt. „An 8 Punkten in der Wassermangel wurden Schadstoffmessungen durchgeführt. Bei allen Messungen wurden keine gesundheitsgefährdenden Stoffe nachgewiesen.“, schildert Pressesprecher Nils Vollmar. Als reine Vorsichtsmaßnahme wurden die Anwohner mit Lautsprecher-Fahrzeugen gebeten, ihre Türen und Fenster zu schließen. Die Lautsprecher-Fahrzeuge hierfür kamen aus dem ganzen Kreis Mettmann.

Löschwasserversorgung und Spezialtechnik

Die vielen Strahlrohre und die Drehleitern benötigten viel Wasser. Alle umliegenden Hydranten wurden von der Feuerwehr benutzt. Um den starken Wasserbedarf zusätzlich zu verbessern, legte ein Schlauchwagen aus Mettmann eine Leitung von der Höseler Straße. Eine Besonderheit war das „Vorauslöschfahrzeug – System COBRA“, dass die Feuerwehr Ratingen im Moment über ein Landes-Feuerwehrprojekt testet. Mit Hochdruck wurde fein vernebeltes Wasser in den Brandraum „geschossen“ – durch Fenster und Wände. Der Brandherd ließ sich so von außen gefahrlos kühlen.

Arbeiten bis in den Samstag

Gegen 01:00 Uhr wurden die Kräfte der Feuerwehr Heiligenhaus von den Kameradinnen und Kameraden der Nachbarstädte komplett abgelöst. Die Fahrzeuge wurden für den Ernstfall wieder einsatzbereit gemacht. Da die Hallen weiter nicht betreten werden können, gestalten sich die Nachlöscharbeiten schwierig. Die Halle wird mit einem Schaumteppich eingedeckt, der auch die letzten Flammen ersticken soll. In den Morgenstunden werden die Heiligenhauser Löschzüge ihre Nachbarstädte wieder ablösen und den Einsatz abschließen.

Meldung vom 30.04.2016, 05:30 Uhr. Folgemeldung wird im Laufe des 30.04.2016 veröffentlicht.

Textquelle: Pressemeldung Feuerwehr Heiligenhaus