05.12.2017 – Meerbusch Osterath – Großalarm: Zugunglück – Personenzug krachte in Güterzug: 47 Verletzte

05.12.2017 Pressemeldungen der Feuerwehr Meerbusch:

Erstmeldung 21:00 Uhr: Nach ersten Erkenntnissen kam es am Dienstagabend (05.12.2017) auf der Bahnstrecke zwischen Meerbusch Osterath und Neuss zu einem Unfall im Gleisbereich der Deutschen Bahn bei dem ein Regionalzug auf einen Güterzug aufgefahren ist. Nach ersten Informationen sollen sich 150 Personen im Zug befinden.
In Folge des Unfalls sollen nach derzeitigen Erkenntnissen 5 Personen verletzt sein, keine davon lebensgefährlich. Erschwert wird der Zugang zum Zug und den darin befindlichen Personen durch den abgerissenen Fahrdraht der Oberleitung, von dem die Gefahr eines Stromschlags für Personen außerhalb des Zuges ausgeht. Die Bahnstrecke wird aber in wenigen Minuten durch Mitarbeiter der Deutschen Bahn geerdet und somit der Zug für die Rettungskräfte zugänglich sein.
Die Einsatzstelle ist ausgeleuchtet und die medizinische Versorgung der Personen ist vorbereitet.
Ein Großaufgebaut an Rettungskräften aus Meerbusch, Kaarst und den umliegenden Städten ist vor Ort.

Weitere Meldung 22:10 Uhr: Seit 21:15 Uhr ist der Zugang zum Zug möglich. Im Zug wurden 155 angetroffen. Durch den Rettungsdienst wurden davon 41 als leicht verletzt eingestuft. Zusätzlich wurden drei Personen mittelschwer und weitere drei Personen als schwer verletzt eingestuft. Die Versorgung und der Transport der verletzten Personen läuft auf Hochtouren.

Weitere Meldung 23:10 Uhr: Nach und nach werden die verletzten Personen aus dem Zug gebracht und medizinisch versorgt. Parallel läuft die Betreuung der nicht verletzten Personen im Zug durch Notfallseelsorger, Rettungsdienste und die Feuerwehr. Die Rettungsmaßnahmen laufen koordiniert und zielorientiert ab. Alle Einsatzkräfte arbeiten Hand in Hand in dieser nicht alltäglichen Einsatzlage.

Weitere Meldung 23:55 Uhr: Mittlerweile konnten alle Verletzten aus dem Zug gerettet werden. Die weiteren Zuginsassen werden in die Boverter Sammelstelle gebracht.

Weitere Meldung 00:15 Uhr: Wie kam es zu den unterschiedlichen gemachten Aussagen zu den verletzten Personen? Zu Beginn des Einsatzes war es den Rettungskräften nicht möglich, nahegenug an den Zug heran zu kommen um eine genaue Beurteilung der Verletzungsmuster zu machen. In dieser Phase des Einsatzes konzentrierten sich die Retter darauf, schwerer verletzte Personen in den Wagons ausfindig zu machen. Leichtere Verletzungen, wie z.B. Prellungen, Schürfungen oder Stauchungen waren von außen nicht ausfindig zu machen. Die abgerissenen und unter Spannung stehende Oberleitung verhinderte eine genaue Diagnose. Nachdem ab 21:15 Uhr der Zugang zum Wageninneren des Zuges möglich war erfolgte eine genaue Sichtung der verletzten und betroffenen Personen durch den Rettungsdienst. Durch diese Maßnahme wurden insbesondere nun auch die leichteren Verletzungen erkennbar und erhöhten die Zahlen der Verletzten in der Gesamtstatistik.

Weitere Meldung 00:55 Uhr: Gegen 0:45 Uhr steht fest, dass alle Personen den Zug verlassen haben. Auch die am Einsatz beteiligten Helfer werden nach und nach aus dem Geschehen entlassen und fahren wieder ihre Standorte an. Viele der ehrenamtlichen Meerbuscher Einsatzkräfte werden morgen wieder ihrem eigentlichen Beruf nachgehen – nach einer sicherlich kurzen Nacht.
Auch die Freiwillige Feuerwehr Meerbusch wünscht alle Verletzten eine schnelle Genesung und dass hoffentlich viele von ihnen schon wieder den Nikolaustag gemeinsam mit ihren Familien verbringen können.

Zu Spitzenzeiten waren rund 400 Einsatzkräfte in diesen Einsatz eingebunden.