Deutschland und Frankreich haben beim 26. Deutsch-Französischen Ministerrat ihre enge Partnerschaft bekräftigt und neue Initiativen zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit, technologischen Souveränität und Resilienz der Europäischen Union vereinbart. Aufbauend auf den Beschlüssen von Toulon (August 2025) und im Rahmen des Aachener Vertrags wollen beide Länder ihre Zusammenarbeit vertiefen und zentrale Impulse für Wirtschaft, Sicherheit und gesellschaftlichen Zusammenhalt in Europa setzen.
Im wirtschaftlichen Bereich rücken eine starke Industrie, engere Märkte und neue Technologien in den Fokus. Dazu zählen gemeinsame Projekte in der Raumfahrt – insbesondere das europäische Satellitensystem IRIS² –, Kooperationen bei Künstlicher Intelligenz, Halbleitern, Batterien sowie Fortschritte bei Fusions- und Quantentechnologien. Parallel treiben Berlin und Paris die digitale Souveränität Europas voran, etwa durch den Ausbau von Rechenzentren, KI-Infrastrukturen und die Verringerung von Abhängigkeiten von außereuropäischen Anbietern.
Auch energiepolitisch setzen beide Staaten auf engere Abstimmung: Ziel sind ein reformierter Strommarkt, der Ausbau erneuerbarer und CO₂-armer Energien sowie gemeinsame Wasserstoffprojekte. Ergänzend soll die Versorgung mit kritischen Rohstoffen gesichert und die industrielle Wertschöpfung in Europa gestärkt werden.
Auf EU-Ebene drängen Deutschland und Frankreich auf Bürokratieabbau, die Vertiefung des Binnenmarkts und den Aufbau einer Spar- und Investitionsunion. Zudem sprechen sie sich für eine aktivere Handelspolitik, den Schutz strategischer Industrien sowie die Weiterentwicklung des EU-Emissionshandels aus. Auch die Wettbewerbsfähigkeit der Automobilindustrie und die Verhandlungen über den nächsten EU-Haushalt stehen im Fokus.
In der Außen- und Erweiterungspolitik wollen beide Länder den EU-Beitrittsprozess – insbesondere für die Westbalkan-Staaten – beschleunigen und zugleich interne Reformen der Union vorantreiben, um ihre Handlungsfähigkeit zu stärken.
Gesellschaftspolitisch setzen Berlin und Paris auf mehr Zusammenarbeit bei digitaler Sicherheit, insbesondere beim Schutz von Minderjährigen und der Bekämpfung digitaler Gewalt. Zudem sollen Medienkooperationen gegen Desinformation ausgebaut, demokratische Prozesse geschützt und der Austausch junger Menschen intensiviert werden.
Im Bereich Migration und Sicherheit planen beide Länder eine engere Zusammenarbeit bei Grenzschutz, Polizeiarbeit und Krisenmanagement. Auch die grenzüberschreitende Kooperation – etwa in Verkehr, Gesundheit und Ausbildung – soll weiter ausgebaut werden, um konkrete Verbesserungen für Bürgerinnen und Bürger in Grenzregionen zu erreichen.


















































