Samstag, 23. Oktober 2021

03.11.2015 – Dormagen Delrath – Gabelstapler stach 200 Liter Fass mit Dimethylether an

Undichtes Fass in Speditionsbetrieb (04.11.2015)

Durch einen Unfall kam es gestern auf dem Gelände eines Speditionsbetriebes in der Delrather Edisonstraße zum Austritt von Gefahrgut: ein Gabelstapler hatte bei Verladearbeiten ein 200 l-Fass angestochen. Infolge lief nahezu der gesamte Fassinhalt, bestehend aus Dimethylether, auf die Ladefläche des Aufliegers.

Dlethylether wird in flüssiger Form als Lösemittel eingesetzt. Der Stoff ist zwar ungiftig, an sich aber brennbar und bildet beim Verdampfen ein hochentzündliches Gas. Die spezielle Einsatztaktik der Feuerwehr sah daher vor, den Gefahrenbereich auf dem Betriebsgelände in einem 50 m-Radius zunächst abzusperren und Löschmaßnahmen vorzubereiten. Vorsorglich wurden Kanaleinläufe auf dem Betriebsgelände abgedichtet. Da der Stoff trotz seiner Ungiftigkeit leicht narkotisierend und atemwegsreizend wirken kann wurde das Betriebsgelände geräumt. Einsatzkräfte im Nahbereich des ausgelaufenen Stoffes trugen daher Atemschutz.

Das beschädigte Fass wurde schließlich von einem Trupp unter Chemikalienschutzanzug in einen sogenannten Havariebehälter – ein stabiles Metallüberfass – verbracht. Dieser ermöglicht einen einen sicheren Abtransport durch einen Entsorger. Ausgetretene Stoffmengen wurden mit einem speziellen Bindemittel aufgenommen. Zwei Personen wurden aufgrund leichter Atemwegsreizungen vom Rettungsdienst ambulant behandelt.

Einen derartigen Einsatz begleitend finden stete Messungen statt, die eine Gefahreneinschätzung für Einsatzkräfte und Anwohner ermöglichen. Der sogenannte Arbeitsplatzgrenzwert (AGW) für Dlmethylether wurde im Einsatzverlauf in der nahen Umgebung des Aufliegers zu maximal einem Drittel erreicht. Jener Wert beschreibt per Definition den Grenzwert, der einem Menschen bei einer Aussetzung in diesem Stoff an fünf Tagen in der Woche zu je acht Stunden keine chronische Schädigung verursacht. Aufgrund des Eigenschutzes werden die Einsatzkräfte in der Regel dennoch mit dem größtmöglichen Schutz ausgestattet. Eine Gefahr für die umliegende Bevölkerung bestand nicht.

Hand in Hand arbeiteten Freiwillige und Berufsfeuerwehr zum Schutz des Bürgers. Vor Ort waren die Löschzüge aus Nievenheim, Delhoven, Gohr, Zons, Stürzelberg und Rheinfeld sowie die Berufsfeuerwehr. Der Löschzug Straberg besetzte für die Dauer des Einsatzes die Hauptfeuerwache an der Kieler Straße. Unterstützt wurde der Einsatz durch TUIS-Spezialkräfte der Werkfeuerwehr Currenta sowie des ABC-Erkunders (Messwagen) aus Kaarst. Auch Kreisbrandmeister Norbert Lange überzeugte sich vor Ort von der Arbeit der Feuerwehr Dormagen.

Für Dormagen im Einsatz:

A-Dienst der Berufsfeuerwehr
B-Dienst der Berufsfeuerwehr
C-Dienst der Berufsfeuerwehr
LZ 31 / Berufsfeuerwehr
LZ 32 / Nievenheim
LZ 34 / Delhoven
LZ 35 / Straberg (Wachbesetzung)
LZ 36 / Gohr
LZ 37 / Zons
LZ 38 / Stürzelberg
LZ 39 / Mitte
Werkfeuerwehr Currenta
Feuerwehr Kaarst (ABC-Erkunder)
Rettungsdienst
Polizei

Textquelle: Pressemeldung Feuerwehr Dormagen

Patrick Schüller
Administrator, Journalist & Gründer von Emergency-Report.de E-Mail Kontakt: patrick.schueller(at)emergency-report.de

Ähnliche Beiträge

Social

33,872FansGefällt mir
12,000FollowerFolgen
76,500AbonnentenAbonnieren
- Werbung -

Letzte Artikel