16.05.2016 – Solingen – Großeinsatz: Massenanfall von Verletzten durch Kohlenmonoxid

16.05.2016, 20:22 Uhr, Kotter Feldweg, Solingen

Die Besatzungen der Solinger Rettungswagen tragen zum Selbstschutz ein persönliches Messgerät zur Messung des Geschmacks- und Geruchslosen Atemgiftes Kohlenmonoxid (CO). Bei einem Rettungsdiensteinsatz schlugen diese Messgeräte, mit deutlicher Überschreitung der Alarmschwellen, an. Die Besatzung des RTW räumten das betroffene Einfamilienhaus und retteten hierbei die bewusstlose Mutter der Familie. Zu diesem Zeitpunkt befanden sich im Gebäude 3 Erwachsene und 5 Kinder. 2 Erwachsene Personen wurden nach kurzer Behandlung im Klinikum, zur weiteren Behandlung in eine spezielle Einrichtung mit einer Überdruckkammer verlegt. Die Kinder wurden mittels der Unterstützung der herbeigerufenen Kräfte aus Remscheid in ein Remscheider Krankenhaus gebracht. Die Besatzung des Solinger RTW konnte nach einer ambulanten Behandlung ihren Dienst fortführen.
Die Solinger Kräfte wurden von Einheiten aus Remscheid und dem Kreis Mettmann unterstützt. Insgesamt befanden sich 62 Einsatzkräfte im Einsatz.

Beteiligte Einsatzfahrzeuge/Personal der Berufsfeuerwehr
Feuerwache I – eingesetztes Personal 14
Feuerwache I – Kommandowagen
Feuerwache I – Einsatzleitwagen
Feuerwache I – Löschfahrzeug
Feuerwache I – Drehleiter
Feuerwache I – Rettungswagen
Feuerwache II – eingesetztes Personal 9
Feuerwache II – Löschfahrzeug
Feuerwache II – Drehleiter
Feuerwache III – eingesetztes Personal 10
Feuerwache III – Löschfahrzeug
Feuerwache III – Drehleiter
Feuerwache III – Rüstwagen
Feuerwache III – Abrollbehälter MAnV
ein leitender Notarzt
Wachbesetzung Feuerwache I LE 5
Wachbesetzung Feuerwache III LE 7

Textquelle: Pressemeldung Feuerwehr Solingen

Gestern Abend (16.05.2016) kam es gegen 20:30 Uhr in einem Haus am Kotter Feldweg in Solingen zu einem Unfall mit Kohlenmonoxid. In dem Gebäude, in dem eine siebenköpfige Zuwandererfamilie wohnt, brach die Ehefrau (33 Jahre) aus zunächst unbekannter Ursache zusammen. Die eingesetzte Feuerwehr stellte beim Betreten des Gebäudes eine erhöhte Konzentration von Kohlenmonoxid fest und verbrachte die Familie aus dem Haus. Die Frau und ihr Mann (40 Jahre) wiesen so schwere Verletzungen auf, dass sie einer Spezialklinik zugeführt werden mussten. Die Kinder (vier Mädchen im Alter von 1, 4, 8 und 9 Jahren sowie ein 7-jähriger Junge) brachte man in ein Krankenhaus. Sie erlitten leichte Verletzungen, verblieben jedoch zur weiteren Beobachtung stationär. Eine Nachbarin (37 Jahre), die Hilfe leistete, und zwei Rettungskräfte der Feuerwehr atmeten ebenfalls Kohlenmonoxid ein, mussten jedoch nicht im Krankenhaus behandelt werden. Erste Ermittlungen der Kriminalpolizei deuten auf einen unsachgemäßen Umgang mit einem Holzkohlegrill hin. Für die Dauer des Einsatzes mussten die Katternberger Straße und Gläßnerstraße gesperrt werden, wodurch es zu Verkehrsbehinderungen kam.

Textquelle: Pressemeldung Polizei Wuppertal