15.08.2026 – Hürtgenwald Gey – Vorsichtige Entwarnung am 3. Waldbrandtag: Bis zu 1.800 Einsatzkräfte im Einsatz

Der Samstag, der 15. August 2026, brachte im Hürtgenwald die ersehnte Wende. Nach zwei Tagen voller Sorge und dramatischer Entwicklungen konnten die Einsatzkräfte erste Erfolge bei der Brandbekämpfung melden. Ministerpräsident Hendrik Wüst bezeichnete das Feuer am Samstag als größten Waldbrand in der Geschichte Nordrhein-Westfalens.

In der Nacht auf Samstag war es gelungen, die Lage zu stabilisieren. Die in der Nacht eingesetzten Strategien zur Eindämmung der Flammen seien aufgegangen, so die Einsatzleitung am frühen Morgen. Begünstigt wurde dies durch zeitweise windstille Wetterbedingungen und leichten Regen, der am Nachmittag einsetzte. Am Morgen des 15. August stand keine riesige Rauchsäule mehr über dem Hürtgenwald. Die Feuerwehr meldete sehr gute Fortschritte bei der Bekämpfung des Brandes.

Mehrere Löschhubschrauber erhielten um 6 Uhr die Starterlaubnis und unterstützten die Bodenkräfte aus der Luft. Es wurde mit fünf bis sechs Hubschraubern gerechnet, die im Verlauf des Tages im Einsatz waren. Die Dimensionen der Naturkatastrophe im Hürtgenwald sprengten jeglichen bisherigen Erfassungsgrenzen. Mittlerweile standen mindestens 300 Hektar Wald, eine Fläche von rund 420 Fußballfeldern, in Flammen.

Rund 1.500 Einsatzkräfte von Feuerwehr, Polizei, THW, Bundespolizei, Bundeswehr und Hilfsorganisationen waren im Einsatz. Die Zahl der Einsatzkräfte war im Verlauf des Tages weiter gestiegen. Inzwischen waren rund 1.800 Helferinnen und Helfer vor Ort, um die verbliebenen Brandherde und Glutnester zu bekämpfen. Zeitweise waren die Flammen nur noch rund 150 bis 200 Meter vom Ort entfernt. Rund 1.800 Menschen mussten deshalb ihre Häuser verlassen.

Gegen Mittag setzte leichter Regen ein, der die Löscharbeiten unterstützte. Der Deutsche Wetterdienst hatte für die Eifel etwas Regen vorausgesagt, auch wenn keine großen Mengen erwartet wurden. Eine Sprecherin des Kreises Düren sagte am Nachmittag, der Regen sei leider nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Aber wir nehmen alles, was wir kriegen können. Tagsüber waren noch gut 800 Einsatzkräfte vor Ort.

Gegen 17.40 Uhr traf der Landrat des Kreises Düren, Ralf Nolten, die Entscheidung, die Evakuierung des Ortsteils Gey aufzuheben. Die knapp 1.800 evakuierten Anwohner durften zurück in ihre Häuser und Wohnungen. Die Rückkehr konnte nach Angaben der Behörden ab dem späten Samstagnachmittag erfolgen. Um 21.03 Uhr konnten die Bewohner des Ortsteils Gey in Hürtgenwald offiziell in ihre Häuser zurückkehren. Das hatte der Landrat des Kreises Düren am Samstagabend entschieden. Die 1.800 Bewohner hatten in der Nacht auf Freitag wegen des Waldbrandes in der Nordeifel das Gebiet verlassen müssen. Die Flammen waren bis auf 250 Meter an Grundstücke herangerückt.

Einsatzleiter Wilfried Thelen, stellvertretender Kreisbrandmeister, sagte am Abend: Die Ortslage Gey ist evakuiert worden. Die Entscheidung zur Aufhebung der Evakuierung wurde getroffen, nachdem die Feuerfront nur noch rund 150 bis 200 Meter vor dem Ortsteil Gey stand und sich die Lage weiter stabilisiert hatte. Wegen der drehenden Winde blieb die Lage dennoch weiterhin dynamisch.

Am Samstagabend gingen die Löscharbeiten mit allen verfügbaren Kräften weiter. Die Feuerwehr konzentrierte sich darauf, die Brandfront zu stabilisieren und ein erneutes Ausbreiten der Flammen zu verhindern. Weitere überörtliche Kräfte blieben im Einsatz, um die erschöpften Einsatzkräfte vor Ort abzulösen. Die kommenden Tage sollten zeigen, ob die Glutnester vollständig gelöscht werden könnten, ohne dass es zu neuen Ausbrüchen käme.

Jan Ohmen
Jan Ohmen
Journalist von Emergency-Report.de E-Mail Kontakt: jan.ohmen(at)emergency-report.de

Ähnliche Beiträge

Social

39,618FansGefällt mir
12,300FollowerFolgen
119,000AbonnentenAbonnieren

Letzte Artikel